ZOOLAND
2016, Dokumentarfilm 2K, 32min, Arabisch mit deutschen und englischen Untertiteln.
Film auf Anfrage: paryelqalqili@gmail.com
Synopsis
Ein Kamel, ein Strauß, ein Krokodil, zwei ausgestopfte Giraffen, ein Nilpferd, ein paar Affen und zwei kastrierte Löwen. Das Büro des Direktors, ein Officeboy, ein Tierarzt, eine Erste-Hilfe-Frau, Frühschicht, Abendschicht, eine Achterbahn, leere Parkbänke, gefegte Wege, ein Souvenirladen. Die Tiere bekamen Futter, die Zoomitarbeiter, wenn auch verspätet, ihren Lohn. Ein paar Besucher spazierten umher, küssten sich heimlich bis abends die bunte Lichterkette ausgeschaltet wurde und der Sicherheitsdienst seine Runden drehte. Es war so eintönig, dass ich schon wieder gehen wollte. Doch dann erschien auf einmal die Feuerwehr auf der Bildfläche und probte den Ausbruch eines Gorillas aus seinem Käfig. Ein Zoomitarbeiter streifte sich ein Gorillakostüm über, während der Feuerwehrleutnant ihm vorführte, wie er sich als Gorilla zu bewegen und zu verhalten habe. Beeindruckt von diesem Spektakel rannte ich mit wackliger Handkamera dem Ereignis hinterher. Erst als es vorüber und die Stille im Zoo wieder eingekehrt war, konnte ich da weitermachen, wo ich aufgehört hatte: Den Zoomitarbeitern zuhören, wie sie von ihrem Alltag und ihrer Verbindung zu den Tieren erzählten. Ein Mikrokosmos, der bei näherer Betrachtung deutlich werden lässt, was es heißt, unter militärischer Besatzung zu leben und zu arbeiten.
Festivals
2017 Documentarist Istanbul
2017 Pärnu Documentary and Anthrology Film Festival
2017 Thessaloniki Documentary Film Festival
2016 Duisburg Filmweek
Diskussionsprotokoll der Duisburger Filmwoche 2016
Vor lauter Eintönigkeit wollte die Regisseurin Pary El Qalqili ihre Idee für einen Film über den palästinensischen Zoo zunächst verwerfen. Dann probte die Feuerwehr den Ausbruch eines Gorillas und nachdem der Trubel sich wieder gelegt hatte, fiel es ihr leichter, die ZoomitarbeiterInnen in ihrem tristen Alltag zu begleiten. Von da an habe sie versucht, möglichst simple Fragen beispielsweise zu Arbeitsabläufen zu stellen. Es zeigte sich, dass es den Menschen wesentlich leichter fiel, über die Führung eines Zoos unter militärischer Besatzung zu sprechen, als über ihre ganz persönlichen Erfahrungen in dieser Lebenssituation. (read more)
Regie / Bild
Pary El-Qalqili
Dramaturgische Beratung
Silvia Wolkan
Schnitt
Lena Hatebur
Tongestaltung
Jörg Elsner
Colour Correction
Martin Otto
Produktion durch Pary El-Qalqili in Koproduktion mit Hochschule für Fernsehen und Film München